Koblenz 1

Gebloggt: Es kommt mir seltsam vor, ausgerechnet jetzt zu reisen. Ich wähle ein Zimmer, kein Frühstück. Nichts, wo man die FFP2 absetzen muss. Es scheint mir gleich, ob ich bei mir im daheim in einem Zimmer hocke oder in einer anderen Stadt. Und dank A. besitze ich seit einiger Zeit einen Reisewasserkocher. Ich frage D., ob er mit mir in Museen möchte, aber er verkriecht sich vor Omikron und muss auch lernen. Mein Kopf versteht das, bin aber trotzdem betrübt. Stelle mir vor, wie wir Seilbahn fahren, so rauf und runter. Am Montag dann ein Treffen mit P.. Wir haben uns seit 2019 nicht mehr „in echt“ gesehen, nur Videokonferenzen.

Koblenz Mittelrhein Museum und Forum Mittelrhein

Sobald ich unterwegs bin ist alles gut. Im Mittelrhein Museum sehe ich die Dauerausstellung mit Werken vom Mittelalter bis zu zeitgenössischer Kunst. Merke wieder, dass ich abstrakte Kunst nicht verstehe und etwas Gegenständliches brauche, um darüber nachzudenken.

Nach der Beerdigung

Sind das die Leichenträger oder ist das Verwandtschaft? In was für einem Buch liest der Mann (nicht die Bibel) da? Trinken die Viez? Hängt da der Kaiser an der Wand? Wo sind die Frauen?

Schön finde ich, dass es in Kooperation mit der Stadtbibliothek eine Artothek gibt. Zeitgenössische Künstler bieten dort ihre Werke zum dreimonatigen Verleih an, gegen eine kleine Gebühr. Ich liebäugele mit einem Bibliotheksausweis, um daran teilnehmen zu können, bis mir die Vernunft Vorträge hält. Google verrät mir dann später, dass es sowas in Trier schon seit 1992 gibt. In Hamburg gibt es gar den Artothekenverband Deutschland. Die ersten Artotheken entstanden im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts in den USA, lerne ich.

In der Stadt versammeln sich Polizei, Querdenker und Gegendemonstranten. Meine Stimmung trübt sich wieder und ich denke daran, dass diese Leute den Gedanken der Protestbewegungen auf lange Zeit ruinieren werden. Nehme noch Oliven, Salami und Wein aus dem Supermarkt mit. Ein kleines Abendessen.

Reisebegleitung

Im Hotel: Die Chillis sind noch zu klein, um alleine zu Hause zu bleiben und die Samen der Orchideenbäume haben auch noch nicht gekeimt. So ist beides mitgekommen, samt der Pflanzenlampe. Frage mich, ob Hotelangestellte die Gäste eigentlich für bekloppt halten. D. wüsste es. Die Internetverbindung ist mäßig und ich mache mir Sorgen, dass mein Zoom-Essen mit K. morgen Abend nicht klappt.

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